Litauen

Die litauische Nationalflagge hat die Farben gelb/grün/rot. Gelb könnte  für die Getreidefelder stehen, das Grün für die endlosen Wälder und das Rot für das für die Freiheit vergossene Blut.

 

Alles Balten.....oder?

Der Begriff Baltikum, der heute weltweit für die drei Länder Litauen, Lettland und Estland verwendet wird, kam erst im 18. Jahrhundert auf, als Russland Mühe hatte die Region "Pribaltika" zu erobern.

 

Abgeleitet von der lateinischen Bezeichnung der Ostsee als "Weißes Meer", "Mare Balticum".

 

Gerne wird der Begriff "Balte" hier nicht überall gehört, weil er die kulturellen Unterschiede in Kultur, Geschichte und Sprache der Länder verwischt. Andererseits wächst das Bewusstsein, als "Baltikum" eher wahrgenommen zu werden.

Alle drei Länder haben unterschiedliche Sprachen. Die Sprachen von Litauen und Lettland ähneln sich (etwa wie Deutschland und Holland) und haben indogermanische Wurzeln.

Estnisch dagegen gehört zu den finno-ugrischen Sprachen und ähnelt dem finnischen (und ungarischem). Esten und Finnen können sich gut verständigen.

 

Entgegen dem weit verbreiteten Vorurteil, sind die baltischen Sprachen keine slawischen Sprachen. Sie benutzen alle das lateinische Alphabet.

 

Unser Stützpunkt in Litauen, wie der Name dieser Seite schon sagt, ist Birzai (BIERJAI gesprochen, das Bier im Namen könnte vom Ruf als Bierstadt Litauens stammen).

Birzai liegt im Landesteil Aukstaitija, im nördlichen Litauen, an der lettischen Grenze.

 

Litauen wird kulturell aufgeteilt in die Regionen:

 

Aukstaitija (Zentral und Nordost Litauen, hier liegt auch Birzai und der Aukstaitija Nationalpark bei Ignalina) 

Dzukija (Südost Litauen, hier liegt Druskininkai und der größte Nationalpark Litauens)

Suvalkija (Südwest Litauen, hier liegt Marijampole und die Grenzübergänge Polen-Litauen (Kalvarija und Ladzidai)

Zemaitija (Nordwest Litauen, hier liegt der Zemaitija Nationalpark)

Mazoji Lietuva (West Litauen, auch Kleinlitauen genannt, hier liegt Klaipeda, die Nehrung, Silute und gehörte früher zu Deutschland)

 

 

Das größte Land der drei baltischen Staaten hat dem Besucher viel zu bieten. Städte mit alter Architektur, Burgen und Schlösser, ein naturbelassener See nach dem anderen, die Ostsee und die Kurische Nehrung. Das Kurische Haff mit Nida, Ventes Ragas, Rusne und Silute, dem ehemaligen Heydekrug, laden zu Exkursionen in die deutsche Geschichte ein.

Auf den vielen Flüssen lassen sich Kanutouren durch unberührte Landschaften bis ins Baltische Meer bei Riga machen.

 

Die Strassen sind gut ausgebaut, ideal für Autos und Motorräder. Leider gibt es kaum Fahrradwege. Radtouren sollte man also auf den Seitenstrassen planen (z.B. die Parallelstrasse der Via Baltica von Kaunas nach Birzai ).

 

Im Baltikum ist die Natur noch ziemlich unberührt, auch wenn die Mitgliedschaft in der Europäischen Union Großbauern schafft und die Felder intensiver bewirtschaftet werden.   

Die Landschaft ist flach, es gibt kaum größere Hügel ( der höchste Berg ist der Aukstojas Kalnis mit  293 m nahe der weißrussischen Grenze).

Es gibt 2830 Seen ( größer als 0,5 ha) und die Memel (also der Nemunas) ist mit 937 km der längste Fluss (in Litauen 475 km)

 

Litauen ist bekannt für seine Störche. Selbst der seltene Schwarzstorch ist hier noch zu sehen. Frösche, Pilze, Blaubeeren, Biber- die Natur ist noch recht unberührt.

Hirsche , Rehe , natürlich Wildschweine, aber auch Wölfe und Elche gibt es hier. Im Februar 2012 habe ich in wenigen Tagen drei Füchse gesehen.

 

Das Nationalgetränk der Litauen ist Bier. In Litauen gibt es viele, auch kleine, Brauereien. Besonders in der Birzaier Region machen noch viele Dorfbewohner ihr Bier selbst.

Bei Touristen beliebt ist deshalb auch der litauische Bierweg, bei dem im ganzen Land Brauereien besichtigt und die verschiedenen Biere probiert werden.

(Die Beschreibung des Bierfestes im Schloss von Birzai ist unter Bierfest beschrieben) 

 

In Birzaier Schloss werden zu dieser Bierprobe das Birzu Alus und Sauerteigbrot mit Kümmel  sowie Landkäse gereicht. Die Folkloregruppe Siaudele singt Lieder, erläutert die Biergeschichte und gibt den Besuchern Gelegenheit auf alten litauischen Instrumenten zu spielen.

 

 

"Wir, Litauen, stehen wie Erbsen am Wege, die wie die Bauern sagen, jeder der vorbeigeht gerne pflücken und kosten möchte" - so schildert der litauische Staatspräsident Antanas Smetona die geopolitische Lage seines Landes in einer Rede aus dem Jahr 1934.

 

Smetona Bild:Lit. Nat. Mus. /Wikipedia Bruno

Antanas Smetona

 

Nationalhymne Litauen

 

Litauen, unser Vaterland,
Land der Heldengrößen,
Dass aus den vergang’nen Tagen
Kraft den Söhnen sprösse.

Mögen deine Kinder immer
Tugendwege wandeln,
Mögen sie zu deinem Heile,
Dem des Volkes handeln.

Möge die Sonne Litauens
Finsternis verscheuchen,
Hell und klar, recht und wahr
Unsre Schritte lenken.

Möge die Liebe zu dir heiß
Uns im Herzen brennen,
Dein Bestand, Vaterland,
Eintracht allen schenken!

 

 

Ein Gedicht von Pranas Vaicaitis verdeutlicht die Begeisterung für Litauen:

 

Es gibt ein Land wo Flüsse rauschen

 

 

Es gibt ein Land wo Flüsse rauschen

Vergnügt durch Felder, Wald und Moor

Und freundlich miteinander plauschen,

Umrahmt vom hellen Lerchenchor.

Schweiß siehst du von den Stirnen rinnen,

Wenn Menschen auf den Feldern sind,

Die Kleidung ist aus schlichtem Linnen

Und schützt vor Sonne sie und Wind.

Doch liebevoll wirst du empfangen,

Bist du zu Gast bei ihnen dann,

Du wirst gebeten zuzulangen,

Man gibt dir gern, soviel man kann.
Die jungen Mädchen dieses Landes

Sind schöner als an jedem Ort.

Litauen- mir zutiefst Verwandtes,

Ach, viel zu lang war ich nicht dort.

Ich weiß noch: Wenn die Abendstunde

Die Sonne bittet auszuruhn,

Erklingt ein Lied aus aller Munde:

Beendet ist die Arbeit nun.

Die Mädchen tauchen ihre jungen

Gesichter in der Raute Hauch,

Beim Blumengießen wird gesungen,

Und manche Lilie pflückt man auch.

Ich weiß noch, wie der warme Abend

Verglüht nach einem Sommertag.

Das Wetter ist so sanft und labend,

Dass jeder gerne singen mag.

Von fern erklingt der Glocken Reigen,

Zu hören sind sie meilenweit.....

Die Vögel schlummern in den Zweigen,

Du aber kannst nicht schlafen heut......

Es strömt der Gedanken Flüsse,

Die jäh in deinem Kopf entstehn,

Als ob Natur dich strahlend grüße:

Ja, unser Litauen ist schön!

Und doch bin ich ferngeblieben,

Der Heimat, meinem lieben Land.

Das steht in keinem Buch geschrieben,

Das ist der Seele nur bekannt.

 

Es erinnert mich an Schillers: Mädchen aus der Fremde

 

Die erste Erwähnung von Litauen war in den Quedlinburger Annalen 1009, als der Mönch Bruno von Querfurt die Litauer bekehren wollte. Dabei wurde er allerdings erschlagen. ;-)

 

 

Im 13. Jahrhundert, deutlich später als in den Nachbarländern, kam es zur Gründung des Staates Litauen unter Fürst Mindaugas.

 

Gediminas

Im 14. Jahrhundert herrschte Litauen, unter Großherzog Algirdas, als Großmacht große Teile Osteuropas, von Kiew bis an die Grenzen Moskaus.

(Die ganzen Fürsten sind bis heute in Litauen beliebte Jungennamen. Ausser Jogaila, dem viele Litauen die litauische Vereinigung mit Polen verübeln. Jogaila wurde König von Polen.).

Algirdas

 

1323 gründete Gediminas die heutige Hauptstadt Vilnius.

 

Das Großherzogtum Litauen, später in der Personalunion Litauen - Polen, sah sich als Erbe der Rus und konkurrierte mit dem Großfürstentum Moskau.

Jogaila, Großfürst von Litauen, heiratet die polnische Königin Hedwig von Anjou und teilt sich mit seinem Cousin Vytautas die Macht (Jogaila in Polen, Vytautas in Litauen).

Jogaila

Vytautas der Grosse dehnte das Herrschaftsgebiet Litauens bis an das Schwarze Meer aus. 2010 wurde mit einer Reise zu Pferd an die 600 Jahre alte Legende von Vytautas Reise ans Schwarze Meer erinnert.

Später herrschen polnische Könige über Polen - Litauen und die litauische Kultur wird vernachlässigt.

 

Litauen wurde zu einem der Zentren der jüdischen Kultur. Ein berühmter litauischer Jude war Rabbi Eliyahu

(der Gaon von Vilnius).

Vilnius wurde bekannt als Jerusalem des Ostens.Gaon

 

 

 

1795 kam Litauen durch die dritte Teilung Polens unter russische Herrschaft.

1830 kam es zum Novemberaufstand der Polen und Litauer gegen die russische Besatzung. (Emilia Pliateryte).

Emilija Pliateryte

 

1863 schlug die Armee des Zaren den Januaraufstand nieder. Russland begann nun eine Politik der vollständigen Russifizierung.

 

 

Im 19. Jahrhundert verstärkte sich das litauische Nationalbewusstsein und Bücher und Zeitschriften werden von Tilsit nach Litauen geschmuggelt.

(Druckschriften auf litauisch waren verboten). Um den Schmuggel zu stoppen, baute man in Taurogge (Taurage) eine im 19. Jahrhundert errichtete Zollstation mit angeschlossenem Gefängnis, in dem die geschnappten Schmuggler eingesperrt wurden.

 

Die Zollstation ist das schönste Gebäude von Taurogge.

 

1905 versammelte sich der "Große Vilniuser Landtag" und erklärte die litauische Autonomie innerhalb des russischen Reiches. Litauisch wurde wieder in den Schulen eingeführt.

 

1915 besetzte Deuschland die litauischen Gebiete.

 

1918 erklärte sich Litauen für unabhängig.

 

1920 besetzten polnische Truppen die mehrheitlich von Polen besiedelten Gebiete rund um Vilnius.

(Polnisch - Litauischer Krieg) Kaunas wurde zur Hauptstadt Litauens.

 

1923 annektierte Litauen seinerseits das seit der deutschen Niederlage im I. Weltkrieg unter Verwaltung

des Völkerbund stehende Memelland.

 

1926 kam Antanas Smetona durch einen Putsch an die Macht. Litauen erlebte eine Blütezeit.

Die Großmutter meiner Frau erzählte von Butterhandel mit England (dort gab es Probleme mit den Kühen).

Litauen war im Aufschwung.

 

1939 musste Litauen auf deutschen Druck das Memelland wieder an Deutschland abgeben.

 

1940 "ersuchten" moskautreue Politiker die Aufnahme Litauens in die UdSSR

( der Molotow - Ribbentrop - Pakt machte das möglich).

 

Snieckus Antanas Snieckus, 34 Jahre Chef der KPL

Das litauische Trauma begann mit der Deportation von 35.000 Litauern nach Sibirien 1940.

 

1941 marschierte in Folge des II. Weltkrieges die "Wehrmacht" ein.

Von einem Teil der Litauer wurde die "Wehrmacht" als Rettung vor den "Bolschewisten" begrüßt.

 

Es wurde sofort mit der Ermordung der jüdischen Litauer begonnen.

 

1944 eroberte die "Rote Armee" Litauen und die Wohltaten des real existierenden Bolschewismus, Kommunismus und Sozialismus wüteten dort bis 1990. Am Vilniusser Blutsonntag 1991 versuchten die Sowjets einen Putsch um an der Macht zu bleiben. 14 Menschen starben.

Kampf gegen Panzer 1991 Wiki

Nun weg von den Fakten.

 

Wie in anderen ehemaligen sozialistischen Ländern gibt es auch in Litauen Unzufriedene, die mit der neuen Freiheit und der damit verbundenen Eigeninitiative nichts anfangen können. Das Westauto ist prima, die Sorge um den Arbeitsplatz und die heute gefragte Leistung ist nicht prima.

 

Kann sich noch jemand an die lustlosen Verkäufer/innen Anfang der 1990' er Jahre erinnern? Da war der Kunde fast ein Störenfried.

 

Heute ist der Verdienst für Handwerker und Arbeiter mickrig. Die Renten sind viel zu niedrig, für den Staat aber schwer aufzubringen.

(Wenn man ehrlich ist, in welchem Land ist das anders?)

Es gibt aber auch gut bezahlte Jobs. Vilnius hat sich zu einer europäischen Hauptstadt gemausert. Am Gedimino Prospekt gibt es viele Luxusgeschäfte.

 

Es gibt ALLES zu kaufen. In der Wendezeit gab es eine große Folklorebewegung. Viele Litauer trugen ihre Trachten, sangen Lieder und die Mädchen hatten geflochtene Zöpfe. Heute geht die Jugend studieren, oder spielt am Computer oder mit der Wii.

 

Heute kann man die Menschen in Litauens Städten nicht von denen in Prag, Wien oder Berlin unterscheiden.

 

So fällt man als Tourist in den Hauptstädten auch gar nicht mehr auf. Klaipeda, Kaunas und Vilnius haben das ganze Jahr über Besucher. Und nicht nur Menschen, die in der Vergangenheit familiäre Verbindungen ins Baltikum hatten, sondern vermehrt auch Naturliebhaber, Städtereisende und Kulturinteressierte.

 

Während Palanga ein Garant für Strandurlaub und Trubel ist, geht es an allen anderen Orten wesentlich ruhiger zu. Zwar ist Nida im Sommer meist voll, der Tourismus unterscheidet sich trotzdem stark von Palanga.

 Polizei Litauen

Dein Freund und Helfer.

Polizei ist kaum noch zu sehen in Litauen. Früher gab es überall Verkehrskontrollen. Da war man wegen der Knöllchen erfinderisch. Durch die Sparpolitik werden Stellen nicht mehr besetzt. Dieser freundliche Polizist begleitete einen Wahlkampfauftritt von Ministerpräsident Kubilius in Anykščiai.

Wenn man sich an grundlegende Regeln hält, Geschwindigkeitsbeschränkungen beachtet (zumindest in und um die Städte) und die Menschen respektiert , sollte man keine schlechten Erfahrungen mit der Polizei machen.

Autofahren unterscheidet sich nicht von anderen europäischen Ländern. Mit gesundem Menschenverstand sollte auch von der Räuberfront kein Ungemach drohen. Ich fühle mich jedenfalls in Vilnius (oder Birzai) genauso sicher, wie in meiner Heimatstadt Marl (NRW- das ist jetzt etwas unglücklich formuliert, da hier die Einbrüche und Überfälle stark ansteigen (Achtung: Ironie)).

 

 

 

Aber im Ernst: ein Urlaub im Baltikum ist kein Abendteuerurlaub!

 

Während der sowjetischen Besatzung, also seit 1940 ( die Nationalsozialisten hatten die russischen Kollektivierungen 1941 im Gegensatz zu den Hoffnungen der Litauer nicht rückgängig gemacht) gab es eine recht intensive Bewirtschaftung des Bodens.

 

Durch die sozialistische Ineffizienz hatte die Natur (Frösche und Störche) genug Freiraum. Großwild hatte dagegen nichts zu lachen. Gefühlt hatten viele Dorfbewohner ein Gewehr und Rehe waren lange Zeit sehr scheu und nur nachts zu sehen. Das ändert sich aber langsam.

In der Wendezeit um 1992 lagen viele Felder brach und man sah entlang der Landstrassen Wiesen bis zu den Wäldern, das normale litauische Landschaftsbild. Oft hatten die Kleinbauern eine oder zwei Kühe, ein Pferd und vielleicht eine Ziege.

angepflockte Kühe

Das Vieh war auf den Wiesen angepflockt und die Kühe wurden dort von Hand gemolken.

 

Heute nähert sich die Landwirtschaft der westeuropäischen intensiven Landwirtschaft an. Man sieht Bauern die mit Maschinen arbeiten, da werden unsere Bauern neidisch.

 

Ein Beispiel gibt es hier Made in Germany - Litauens größter Bauer

 

Ob die europäische Agrarsubventionierung wirklich Sinn macht??

 

 

  Bild anklicken

Die Übersetzung

 

Wie in ganz Europa gibt es auch in Litauen Parolen gegen die Gemeinschaft, wie hier dieser Stammtischvergleich bei Facebook.

Es ist unglaublich, aber es gibt Leute, die sowas gut finden...

 

 

 

 

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Geld Litauen

 

Unten ein paar Scans von Litas Scheinen. Ganz unten die Talonas der Jahre 1991 bis 1993.  Talonas 500 Litauen

 

 

Die Währung in Litauen hieß von 1918 (dem Jahr der ersten Unabhängigkeit) bis zum russischen Einmarsch 1940 Litas.

Nach der erneuten Unabgängigkeit 1990 gabe es nach der Übergangswährung Talonas  wieder den Litas. Der Wechselkurs war fest an den Euro gebunden (davor bis 2002 an den Dollar) und betrug 1 Euro = 3,45 Litas.

 

Seit Januar 2015 hat Litauen als 19. Land den Euro eingeführt. Die EU Finanzminister haben ihr OK dafür im Sommer 2014 gegeben. Die Litauer selber scheinen mehrheitlich gegen die neue Währung zu sein und führen Lettland als negatives Beispiel an. Die Letten haben den Euro seit Anfang 2014. 

 

Die in Litauen beliebte Symbolik der Eigenstaatlichkeit zeigt sich mit der Euro Einführung nur noch auf den litauischen Euro Münzen Hier ist der litauische Ritter Vytis mit Schwert auf einem Pferd abgebildet.

Litauen Geld Historisch

Historische Entwicklung: Geld in Litauen seit 1900 (© Tomas Baranauskas) grün: "eigenes" litauisches Geld

 

Die Menschen in Litauen haben Angst vor höheren Preisen und sehen den Litas (die litauische Währung der Zwischenkriegszeit und nach der Unabhängigkeit ab 1993) als Zeichen ihrer Unabhängigkeit. Genau wie in geschichtlichen Fragen, gibt es auch hinsichtlich der litauischen Symbolik eine starke, sehr konservative Bewegung, die jegliche Aufgabe nationaler "Identität" bekämpft. So wird die Union von Lublin (Vereinigung Litauens mit Polen 1569) als positives Beispiel angeführt, weil selbst in dieser "Realunion" die Litauer ihr eigenes Geld behielten. Natürlich sagt keiner dieser Konservativen, dass mit der Personalunion Polen/Litauen die damalige Amtssprache Litauens (Ruthenisch, eine russische/ostslavische, oder besser, weissrussische Sprache) durch die polnische Sprache ersetzt wurde. Um 1900 sprachen in Vilnius vielleicht 4 % der Bevölkerung Litauisch, der grosse Rest Jidddisch und Polnisch. Historiker wie T. Venclova, die diese Tatsachen beschreiben, werden als (jüdische) Nestbeschmutzer und Litauenhasser verunglimpft. (Zu diesen litauischen Strömungen gibt es einen schönen Artikel von Saulius Suziedelis).

 

Wie litauische Nationalisten gegen den Euro hetzen und was sie für ein politisches Verständnis haben kann man hier sehen: Litas wird begraben

 

Litauische Euro Münzen

Die litauischen Euro Münzen. Oben die lettischen Euros. Unten schmückt, etwas kriegerisch, der litauische Ritter Vytis die Münzen, oben ist die lettische Stilisierung einer Dame in Landestracht "Milda" zu sehen.

Daneben das lettische Staatswappen.

 

Litauen Litas Münzen

Die alten Litas. Unten eine Sonderprägung: der Litas als Basketball!

 

Neugierig haben wir im Sommer 2014 einige Letten und Litauer befragt, was natürlich nicht repräsentativ ist. Vor der Währungsumstellung wurden die Preise in Lettland so angepasst, dass die Umstellung zum Euro leichter ging. Das Gleiche stellt man in Litauen fest. Eine generelle (exorbitante) Preiserhöhung kann man nicht feststellen. Wir haben auch keine Massen von Letten in litauischen Supermärkten gesehen. Erstens gibt es seit Jahren einen festen Umrechnungskurs Litas/Euro von 3,45 Litas/1 Euro und zweitens gibt es wegen den niedrigen Löhnen auch nicht die nötige Kaufkraft um höhere Preise durchzusetzen.

Die meisten Letten waren auch gegen den Euro. Ältere Leute hatten Probleme mit dem Umrechnen, Junge haben sich aber schnell zurecht gefunden.

 

Das Lohnniveau in Litauen ist sehr niedrig, ein Herrenhaarschnitt, um einen Vergleich zu  nennen, kostet ausserhalb der großen Städte 3 Euro. Dafür sind Lenbensmittel oft teurer als bei uns und Kraftstoff kostet nur etwas weniger als in Deutschland.

Der Durschnittslohn betrug 2010 450 Euro (Netto). Oft wird den Angestellten weniger ausgezahlt. Die hohen Energiepreise machen vielen Städtern zu schaffen.

 

zehn litas von vorne  10 litas von hinten

          Der aktuelle 10 Litas Schein              klicken zum vergrößern

Steponas Darius und Stasys Girenas waren Litauer mit US-Pass, die mit ihrem Flugzeug Lituanica 1933 nonstop von den USA nach Litauen fliegen wollten.

Etwa 636 km vor ihrem Ziel (die damalige litauische Hauptstadt Kaunas) stürzte das Flugzeug ab. Interessant hier wieder die unterschiedlichen Wikipediaseiten. Während die deutsche berichtet, dass die litauische Kommission, die den Unfall aufklären sollte, von einem technischen Defekt - einem  Pilotenfehler oder dem Wetter als Unglücksursache ausgeht, berichtet die englische Seite über eventuelle deutsche Schüsse auf die Lituanica, weil es für ein Spionageflugzeug gehalten wurde und nahe eines Konzentrationslagers flog (am 17. Juli 1933 war es für viele in Deutschland ungemütlich, aber "auskundschaftswerte" Konzentrationslager gab es erst später).

Bei der Beerdigung in Kaunas nahmen 60.000 Menschen teil.

 

Benzin und Diesel ist etwas billiger als in Deutschland, angesichts der niedrigen Einkommen aber sehr teuer.

Hotelübernachtungen kosten entsprechend dem gewünschten Niveau. Die Spitzenhotels sind hier genauso teuer wie in anderen Ländern.

Auf dem Land und den kleineren Städten sind Übernachtungen und Verpflegung günstig und gut ( siehe Rubrik "Gut Essen" ).

 20 Litas Schein vorderansicht  20 litas schein von hinten

Die aktuellen 20 Litas

 

Gezeigt wird hier der Dichter der Romantik Maironis, der im 19. Jahrhundert gegen die Russifizierung seiner Heimat kämpfte..

Auf der Rückseite ist die Freiheitsstatue in Kaunas abgebildet. Kaunas war wegen der polnischen Besetzung von Vilnius eine Zeitlang Litauens Hauptstadt.

 

Visa und Mastercard werden flächendeckend angenommen. Mit der EC Karte kann man sich Geld besorgen oder auch an der Supermarktkasse bezahlen. Alle gängigen Währungen kann man in Banken gegen den Euro einwechseln.

Geldautomaten gibt es überall.

Während der Wirtschaftskrise 2012 und 2012 sind manche Banken ins Schleudern gekommen.

 50 Litas von vorne Litauen  50 litas von hinten

Der 50 Litas Schein

 

Hier ist Jonas Basanavicius zu sehen. Er unterschrieb 1918 die litauische Unabhängigkeitserklärung und wird als Vater der Nation geehrt.

Schon 1928 war er auf dem Litas Schein abgebildet. Die Rückseite zeigt die Kathedrale des Heiligen Stanislaus und den Glockentzurm in Vilnius.

 

 

Erklärtes Ziel der litauischen Politik war die Aufnahme in die Euro Zone. Die Aufnahmekriterien wurden 2007 aber minimal überschritten, die Einführung des Euros in LItauen also gestoppt. Nach unter 3 % Inflation gab es im Jahr 2009 schon 11 % Prozent Inflation und eine Aufnahme in den Euro Raum ist damit in weite Ferne gerückt. 2015 wurde der Euro eingeführt.

 

100 Litas Vorderansicht  100 litas von hinten

Gezeigt wird der Historiker Simonas Daukantas

 

Überall begehrt sind die litauischen Sammlermünzen aus Silber und Gold, die limitiert von der Litauischen Nationalbank herausgegenben werden  und oft eine hohe  Wertsteigerung erfahren. http://www.lb.lt/programmes_of_issue

 

200 litas von vorne  200 litas von hinten

Der 200 Litas Schein

 

Gezeigt wird hier der Phylosoph Vydunas

 

500 Litas  Scan Vorne Litauen   500 Litas Scan Hinten Litauen

Der 500 Litas Schein.

Hier ist der Schriftsteller Vincas Kudirka abgebildet. Die Rückseite zeigt die Freiheitsglocke aus einem bekannten litauischen Gedicht.

Alle hatten grossen Anteil am Enstehen des litauischen Nationalgefühls zum Ende des 19. Jahrhunderts.

 

 

 Ausserdem gab es noch ein, zwei und drei Litas Scheine. Die sind aber keine offiziellen Zahlungsmittel mehr.

 

Kurz zur Geschichte des Litas:

1922 führte der junge Staat den Litas ein. Er diente als stabile Währung bis 1941, als die Sowjetunion die Litauer überzeugte, daß der Rubel besser sei (Achtung Ironie).

Am 5. August 1991 wurde als Übergangswährung der Talonas (litauisch Gutschein) eingeführt. Das auch als Tiergeld (in schlechter Papierqualität) wegen seiner Tierabbildungen bezeichnete Papiergeld und als vagnorkes ( nach dem damals amtierenden Ministerpräsidenten Gediminas Vagnorius) war bis zum Juni 1993 im Umlauf. Es wurde dann vom Litas abgelöst. Der Wechselkurs 1993 war 100 Talonas zu einem Litas!

Die Talonas wurden später in der Grigiskes Papierfabrik zu Toilettenpapier recycled. 

 

Oben ein paar Scans von heutigen Litas Scheinen. Unten die Talonas der Jahre 1991 bis 1993.

 

 0.1 talonas vorne  0.1 talonas rückseite

        0,1Talonas                      klicken zum vergrößern

 

0.2 talonas hinten  0.5 talonas rückseite

      0,2 und 0,5 Talonas.  Die Vorderseite ist gleich der 0,1 Note (oben links)

 

1 Talonas vorne  1 Talonas

1 Talonas

 

1 Talonas Version 2    1 Talonas 

                  Andere Version von 1 Talonas

 

5 Talonas   5 Talonas

5 Talonas

 

10 Talonas  10 Talonas

10 Talonas Version 1

 

10 Talonas 10 Talonas

10 Talonas Version 2

25 Talonas  25 Talonas

25 Talonas

 

50 Talonas  50 Talonas

50 Talonas

 

100 Talonas   100 Talonas

100 Talonas

 

200 Talonas  200 Talonas

200 Talonas

 

500 Talonas Vorne     500 Talonas Rückseite

500 Talonas. Ob hier der russische Bär abgebildet ist?

 

Da ich in meinem Fundus noch einige lettische, russische und ukrainische Scheine gefunden habe, hier die Scans für Interessierte:

 

lettischer Rubel   1 lettischer Rubel

1 lettischer Rubel von 1992

 

 2 lettische Rubel  2 lettische Rubel

2 lettische Rubel

 

ukraine 1991   ukraine 1991

Ukraine 1991     Ukrainischer Kupon oder Karbowanez genanntes Übergangsgeld

Bei Interesse finden sich weitere Kupons hier

 

 

20 Lat 1992    20 alte lettische Rubel

20 lettische Rubel von 1992

 

 

 

 

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Das polnische Problem - umstrittenes Vilnius

 

Zugegeben, eine provokante Überschrift.

 

Vilnius (1919 bis 1939 poln. Wilno) war immer eine Vielvölkerstadt. Juden, Polen und Litauer waren hier heimisch und das macht den Charakter der Altstadt von Vilnius mit seinen verwinkelten engen Gassen aus (siehe dazu auch die Zitate weiter unten).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Durch die ehemals enge Verbindung zwischen Litauen und Polen leben viele Polen (oder polonisierte Litauer) in der Stadt. Um 1900 lebten in Wilna etwa 30 % Polen, 40 % Juden, 20 % Russen und 2 % Litauer.

Die Stadt wurde von Litauen und Polen beansprucht und noch heute klagen die polnischen Einwohner über Diskriminierungen. In der "Dekade der Gewalt" 1939-1949 wurde die Stadtbevölkerung beinahe komplett, nämlich zu 90 %, ausgetauscht. (Tauber und Tuchtenhagen: Vilnius, kleine Geschichte der Stadt)

 

Warum war Vilnius umkämpft? Ein kurzer Klärungsversuch.


Litauen wurde 300 bis 200 Jahre vor Christus von baltischen Stämmen besiedelt. Der Name Litauen taucht in schriftlichen Quellen

aus dem Jahre 1009 auf. Als offizielle Staatsgründung gilt aber das Jahr 1253.

mindaugas 

Der litauische Großfürst Mindaugas bekämpft die deutschen Kreuzritter, die sich zu dieser Zeit in litauischen Gebieten

ansiedeln und die heidnischen litauischen Stämme christianisieren wollen.

Mindaugas lässt sich taufen, um von der katholischen Kirche anerkannt zu werden. Damit erreicht er den Frieden mit den

Kreuzrittern und erhält den Titel eines Königs des Heiligen Römischen Reiches.

Diese Krönung wird von Historikern als Beginn des Großfürstentums Litauen angesehen. Nach Mindaugas Tod konnte Litauen sich

unter Algirdas und Kestutis bis zum Schwarzen Meer ausbreiten und war damals die beherrschende Kraft Osteuropas.

   

                     Jogaila                                            Hedwig von Anjou

1385 schloss Litauen mit Polen eine Allianz (Vertrag von Krewo) indem sich Jogaila (Sohn des Algirdas) mit Jadwiga Andegawenska

(Hedwig von Anjou, Enkelin des verstorbenen polnischen Königs Kasimir) vermählte und als König Wladyslaw II. Jagiello den

polnischen Thron bestieg.

Lange Rede, kurzer Sinn: das Bündnis zwischen dem kleinen Litauen und dem viel größeren Polen wurde immer enger und mündete im Jahre 1569 (nach Schwächungen Litauens u.a. im Livländischen Krieg) in der Realunion von Lublin. Das einst mächtige Litauen war nun Teil Polens.

Trotz anfänglicher Privilegien wurde der litauische Adel schnell polnisiert. Polnisch wurde immer mehr vom Klerus (meist sowieso aus Polen kommend) und dem Adel gesprochen.


Im 18. Jahrhundert geriet Polen/Litauen auf den Wunschzettel der nun mächtigen europäischen Staaten: Russland, Preußen und Österreich und es erfolgten drei Teilungen von Polen.


1772 erweiterte Russland sich um einen Landstreifen von Daugavpils (Dünaburg) bis fast nach Kiev. Österreich bekam Südpolen, Preußen bekam Land von der Reichsgrenze bis nach Elbing (dort ist die Marienburg, schönes Reiseziel!).

1793 kam es zur zweiten polnischen Teilung. Russland nahm sich Weißrussland und die Ukraine, Preußen ein Stück von Polen

südlich der ersten Beute.

1795 erfolgte die dritte polnische Teilung. Russland bekam Litauen bis Palanga und den Rest von Weißrussland und die Ukraine.

Preußen nahm sich Territorium um Kleinlitauen.


Litauen wurde also komplett (außer Kleinlitauen) Bestandteil des Russischen Reiches und blieb es, trotz einiger Aufstände, bis zum Ende des I. Weltkriegs.


1915 besetzte das Deutsche Reich Litauen und fasste es unter General Ludendorff zum Verwaltungsgebiet "Ober-Ost" zusammen.
Nachdem Deutschland den Krieg verloren hatte, versuchte man Litauen in die Unabhängigkeit zu entlassen, allerdings als Satellit des Deutschen Reiches.

Die Litauer wollten aber nicht so wie die Deutschen. Sie erklärten sich im Dezember 1917 für unabhängig (mit Bindung ans Deutsche Reich) und im Januar, als Deutschland Litauens Anerkennung verzögerte, für komplett unabhängig.

Und das blieben sie auch, meist mit Antanas Smetona als Präsident, bis der unselige Hitler-Stalin Pakt Europa wieder auf die Hölle vorbereitete.

 

Josef Pilsudski


Neben Litauen nahmen auch Finnland, Lettland, Estland, die Tschechoslowakei und auch Polen die Gelegenheit nach dem ersten Weltkrieg wahr und erklärten ihre Unabhängigkeit. Polens Unabhängigkeit mit Grenzverlauf zur Curzon-Linie wurde in den Pariser Vorortverträgen von Deutschland und Österreich anerkannt.

Die Curzon-Linie vermied es zu viele Nichtpolen unter polnische Herrschaft zu stellen. Allerdings blieben Gebiete mit polnischer Bevölkerungsmajorität außerhalb dieser Grenze. In unserem Beispiel das Gebiet von Polen bis nach Vilnius.

 

Anstatt den Frieden zu bewahren, kam Polen unter Jozef Pilsudski (Chef der polnischen Streitkräfte und Staatspräsident, hier ein tabellarischer Lebenslauf von Dikigoros [Anmerkung zu Dikigoros siehe unter Weblinks]) auf die Idee, die schwierige Lage Russlands (Bürgerkrieg zwischen der Weissen Armee (den Zaristen) und den Bolschewiki) auszunutzen und die eigene Position gegenüber Preußen, Österreich und Russland (also den Verantwortlichen für Polens Teilungen) zu stärken.


Als historisches Vorbild schwebte Pilsudski ein Staatengebilde vor, wie die polnische-litauische Realunion, mit Weißrussland und der Ukraine als Puffer gegen ein erstarkendes Russland.

1918 sagte er zu einer litauischen Delegation, dass er auch nichts gegen einen unabhängigen litauischen Staat hätte. Er forderte allerdings, dass die Litauer ihre Ansprüche auf das ethnographische Litauen beschränkten, weil zum historischen Litauen unzweifelhaft polnische Gebiete gehörten. (P.Lossowski Das Wilna Problem, Pilsudksi Gesammelte Werke)

 

Etwas weiter im Osten war man mit dem Verlauf der Geschichte auch nicht zufrieden.


Lenin ahnte, zu Recht, dass Russland als einziges kommunistisches Land nicht überleben konnte und wollte der Weltrevolution nachhelfen, die von Russland aus (über Polen) auf die westlichen Industrienationen übergreifen sollte.

Aus einem Grenzkonflikt (Winston Churchill spottete: " Der Krieg der Giganten ist zu Ende, der Hader der Pygmäen hat begonnen")

polnischer angriff an der memel

entwickelte sich somit der "Polnisch-Sowjetische Krieg" (1919 bis 1921).

Polen und Russland (das weiterhin im Bürgerkrieg mit den Weissen-Armeen war) begannen Kämpfe in der Ukraine und an der Memel. Der Konflikt (Trotzki warnte: "Gegen uns operiert zum ersten Mal eine reguläre Armee, die von guten Technikern geführt wird") kostete beide Seiten ca. 630.000 Tote.


Mal hatten die Polen mehr Glück, mal die Sowjets. Kiev und Wilna wechselten mehrfach die Besitzer.
Am 1. August 1920 eroberte die Rote Armee Brest-Litowsk und standen somit nur noch 100 km vor Warschau. Je weiter die Russen unter General Tuchatschewski ins polnische Kernland eindrangen, umso motivierter waren die Polen ihr Land zu verteidigen.

Außerdem kam die Rote Armee unter Jegorow, die in der Ukraine stand Tuchatschewski nicht zu Hilfe, sondern ihr wurde der Angriff auf Lwow (Westukraine) befohlen.

Pilsudski griff die Russen mit einer Zangenbewegung von zwei Seiten an und fügte der Roten Armee schwere Verluste zu.

Diese Verteidigung der polnischen Hauptstadt ging als "Wunder an der Weichsel" in die Geschichte ein.

Die polnischen Truppen nutzten die Gunst der Stunde und rückten im Oktober 1920 in Minsk und (entgegen vorher geschlossener Verträge durch einen Trick) in Pidulskis Heimatstadt Vilnius ein.

Der Kommandeur der in Vilnius einmarschierenden Einheit, Lucjan Zeligowski, proklamierte einen neuen Staat mit dem Namen Mittellitauen. Dieser wurde dann 1922 nach einer Volksabstimmung an Polen angeschlossen.

Da die Polen sich von einem weiteren Krieg im Winter nichts versprachen und die Sowjets wirtschaftlich am Boden waren, kam es im September 1920 zu Friedensgesprächen in Lettlands Hauptstadt Riga, die im März 1921 als "Friede von Riga" formell besiegelt wurden.


Polen hatte sein Staatsgebiet damit ordentlich nach Osten vergrössert und ist seinem Ziel, die Staatsgrenzen von vor der "Ersten Polnischen Teilung" wieder herzustellen, ein gutes Stück näher gekommen.

Natürlich waren die Litauer, die ihrer historischen Hauptstadt verlustig gegangen sind, das Gegenteil von begeistert. Als Hauptstadt diente nun Kaunas. Der Verlust von Vilnius kann man ebenso wie die Deportationen durch die Sowjets 1941 als "Litauisches Trauma" bezeichnen.


Auch die Sowjetunion konnte die Schmach nicht vergessen und handelte 1939 im geheimen Zusatzprotokoll des Hitler-Stalin-Pakts die Rückgabe der 1920 an Polen übergebenen Gebiete (u.a. Vilnius) aus.

Denkmal in Kernave : Hallo Welt! Ohne Vilnius werden wir niemals ruhig sein.


Die gewaltsame Einnahme von Vilnius durch Polen entgegen bestehender Verträge und der hohe polnische Bevölkerungsanteil im Gebiet von Vilnius ist für Litauen das "Polnische Problem".


 

Beide Seiten kann man verstehen. Vilnius Reiz besteht aus der kulturellen Vielfalt - aus der Vergangenheit (die große jüdische Kultur besteht fast nur noch in architektonischer Erinnerung) und Gegenwart - mit Russen, Polen, Weißrussen und Litauern.

Hardliner auf beiden Seiten gönnt man keinen Erfolg, im Sinne eines friedlichen Zusammenlebens.

 

Als die Litauer in einem Referendum 1991 über ihre Unabhängigkeit abstimmten, machten gleichzeitig viele Polen an einer sowjetischen Abstimmung über das Fortbestehen der UdSSR mit. Als sogar eine Rote Fahne vor einem Rathaus im polnisch besiedelten Salcininkai gehisst wurde (gerade während des Moskauer Putsches in Vilnius), hatten die Litauer den Papp auf und setzten die polnischen Lokalpolitiker ab.

 

Mittlerweile sollen die Polen zugeben, dass sie sich von Warschau haben aufhetzen lassen, in der Hoffnung, die polnisch besiedelten Gebiete Polen zuschlagen zu können.  (Spiegel 8.6.1992) 

 

Ein sehr ausführlicher Bericht über den Minderheitenschutz in Litauen stammt von Carmen Schmidt von der Uni Köln hier

Zu den Spannungen zwischen Warschau und Vilnius hier

Polnisch ist für litauische Politiker eine Phobie hier


Die Vielvölkerstadt Vilnius vor dem Zweiten Weltkrieg

Ausschnitt aus einem Brief von Czeslaw Milosz (litauisch-polnisch-amerikanischer Dichter *1911 im litauischen Sateiniai) an den litauischen Dichter und Literaturkritiker Tomas Venclova (*1937), beide emigriert in die USA. Hier geht es um die Ansichten des polnischen Vilniuser Milosz an den litauischen Vilniuser Venclova.


Lieber Tomas,

Zwei Dichter, Litauer der eine, Pole der andere, sind in der gleichen Stadt aufgewachsen. Das dürfte eigentlich Grund sein, daß sie über ihre Stadt sprechen, und das sogar öffentlich. Zwar gehörte die Stadt, die ich kannte, zu Polen, hieß Wilno, und auf den Schulen und in der Universität wurde polnisch gesprochen: Deine Stadt war die Hauptstadt der Litauischen SSR [A.K.: Sozialistischen Sowjet Republik], hieß Vilnius, und Du hast die Schule und Universität in einer anderen Epoche, nach dem Zweiten Weltkrieg besucht.


Dennoch ist es ein und dieselbe Stadt, und ihre Architektur, die Landschaften ihrer Umgebung und ihr Himmel haben uns beide geformt. Gewisse, sozusagen tellurische [A.K.: die Erde betreffend] Einflüsse sind nicht auszuschließen. Außerdem habe ich den Eindruck, daß Städte ihren Geist und ihre Aura haben, und manchmal, wenn ich die Straßen von Wilna entlanggegangen bin, kam es mir so vor, spürte ich diese Aura auf beinahe sinnliche Weise.
(...)

Im 20. Jahrhundert war das Programm der polnischen Nationalisten für die ethnisch nichtpolnischen Gebiete dumm, da Wilna oder Lemberg [A.K.: heimliche Hauptstadt der Ukraine] Enklaven waren.Ich denke, daß es jungen Leuten heute recht schwer fällt, diesen Enklaven-Charakter des Vorkriegs-Wilna zu verstehen: das war weder Polen noch Nicht-Polen, weder Litauen noch Nicht - Litauen, weder Provinz noch Hauptstadt, obwohl doch vor allem Provinz.
Und natürlich war Wilna, wie ich es aus der Perspektive sehe, absonderlich, eine Stadt mit vermischten, einander überlappenden Gebieten wie Triest oder Czernowitz.


Dort aufgewachsen war nicht das gleiche wie in ethnisch einheitlichen Gebieten aufzuwachsen. Die Sprache selbst wurde anders empfunden. Es gab keinen volkstümlichenstädtischen oder dörflichen Dialekt mit rein polnischen Wurzeln, es gab die "hiesige" lustig wirkende Sprache, die vielleicht dem Geist der weißrussischen näher war als dem der polnischen, obwohl sie freilich viele polnische Worte bewahrt hatte, die im 16. und 17. Jahrhundert üblich, in Polen jedoch aus dem  Sprachgebrauch verschwunden waren. Die Grenze zwischen der "hiesigen" Sprache und der Sprache der adligen Gemeinde (die Mickiewicz sowohl in der Kindheit als auch später in Paris mit dem inneren Ohr hörte) war natürlich fließend, genauso wie die zwischen der Sprache des Kleinadels und der des Hofes oder auch der vom Hof kommenden Intelligenz. All das war jedoch dem polnischen Bauern-Dialekt wirklich fremd.

In der "hiesigen" Sprache sprach das Proletariat von Wilna, sie hatte keine Ähnlichkeit mit der Warschauer Volkssprache, wo sich wahrscheinlich ein gewisses bäuerliches Substrat erhalten hat. Für mich ist zum Beispiel ein Dichter wie Miron

Bialoszewski exotisch. Diese Sprachquellen habe ich nicht. Ich riskiere die Feststellung, daß unsere Sprache empfänglicher war für Korrektheit und auch für rhythmische Prägnanz, deshalb empfinde ich das klare Polnisch der Dichter des 18. Jahrhunderts wie Krasicki oder Trembecki als "das meine". Es ist schwierig, das zu analysieren. Was mich betrifft, so würde ich sagen, meine Sprache wurde davon beeinflußt, daß ich der Versuchung der ostslwischen Sprachen, in erster Linie des Russischen, widerstanden und ein Register gesucht habe, in dem ich - in Bezug auf die rhytmische Modulation - mit den ostslawischen Elementen wetteifern konnte.

 

Ich weiß nicht, wie sich der Widerstand gegen das Russische auf Dein Litauisch ausgewirkt hat. Ich weiß, daß es für mich und für jeden, der ein empfindsames Ohr für das Russische hat, schädlich ist, dem starken Beat des russischen Jambus

nachzugeben, und daß dies nicht die Hauptrichtung des Polnischen ist.


Der Provinzcharakter Wilnas. Er hat mich bedrückt, und ich habe mich danach gesehnt, in die Welt zu entfliehen. Deshalb ist es nicht nötig, einen Mythos von der geliebten Stadt zu schaffen, wenn ich es dort kaum noch aushalten konnte, und - als der damalige Wojewode [A.K.: Chef der Verwaltung], Bocianski, vom Polnischen Rundfunk in Wilna forderte, mich als politisch verdächtigen zu entlassen - die infolgedessen zwangsweise Abreise nach Warschau mit Erleichterung aufnahm.

Denn Wilna war ein Kaff, eine unvorstellbar enge Basis, wenn Du die jiddisch oder russisch sprechenden und lesenden Juden abrechnest und die "hiesige" Bevölkerung, die gar nicht las. Was blieb über? Etwas Intelligenz adliger Herkunft, im allgemeinen ziemlich stupide.

Und damit ist die Nationalitätenfrage verbunden. Denn wenn wir uns für Litauer gehalten hätten, wäre Wilna unsere Hauptstadt und unser Zentrum gewesen. Ein sehr schwieriges Problem, wie Du weißt. Logisch wäre die finnische Lösung. Ich kenne diese Probleme nicht näher.  Ich weiß nicht, wie das die Finnen aus schwedischsprechenden Familien gelöst haben, aber Helsinki war wohl ihr Zentrum und nicht Stockholm. Grundsätzlich hätten wir uns für Litauer mit polnischer  Muttersprache halten müssen - und

Mickiewisz  "Litauen, du meine Heimat"                            

 

unter neuen Bedingungen fortsetzen, was bedeutet hätte, litauische Literatur in polnischer Sprache zu schaffen als Parallele zur litauischen Literatur in litauischer Sprache. Doch das wollte niemand - weder die Litauer, die sich fest gegen die

polnische Kultur als eine ihre eigene Kultur gefährdende sträubten, noch all diejenigen, die polnisch sprachen, sich selbst einfach als Polen ansahen und ein verächtliches Verhalten gegenüber den "Klausiuks", dem Volk der Bauern, an den Tag legten.


Es gab nicht viele Kreise, die anders dachten, dafür aber interessante und wertvolle und energische. In meinem Wilno waren es die sogenannten "krajowcy" (Vertreter der Heimatidee), die von der Bewahrung der Traditionen des Großfürstentum Litauen als einzigem Gegengewicht zu Russland träumten, das heißt, von einer Förderation der Völker, die einst zum Großfürstentum gehört hatten. Diese Kreise deckten sich mehr oder weniger mit denen der Freimaurer in Wilna. Die Geschichte dieser eigentümlichen Ideologie müßte irgendwann einmal geschrieben werden, doch wenn ich sage, daß das interessant, ja sogar fszinierend ist, so sage ich das jetzt, ex post, denn als junger Mensch mit allen avantgardistischen Neigungen, der sich mit moderner Poesie, der französischen Intellektuellen-Bewegung usw. beschäftigte, habe ich dem, was in der Stadt vorging, keine größere Aufmerksamkeit geschenkt. Im übrigen war das eine schon damals verlorene Bewegung, die letzten Nachklänge. Von litauischer Seite konnte sie noch nicht einmal mit einer Spur von Sympathie rechnen, weil sie als Verlängerung der "jagiellonischen Idee" [A.K.: litauisch- polnische Realunion unter Jagiello] empfunden wurde. Und zweifellos verbarg sich bei vielen gebürtigen Krautjunkern [A.K.: Großgrundbesitzer] hinter der sentimentalen Verbundenheit mit der Idee des Großfürstentums der Traum von der Vorherrschaft.

 

Ungeachtet dessen waren Ludwik Abramowicz und ein paar andere Vertreter der Heimatidee tiefgründige und ehrliche Menschen in ihrem Widerstand gegen den polnischen Nationalismus. Das waren die Erben des umfassenden Denkens, in der Art der Aufkärer der einstigen Republik des 18. Jahrhunderts. Ich denke nicht, daß es auf litauischer Seite irgendeine Entsprechung gegeben hat - dort war mehr oder weniger alles ein neuer, zwangsläufig spasmischer Nationalismus. So oder so waren die Vertreter der Heimatidee die einzigen unter den polnischsprechenden Wilnaern, die Wilna als Hauptstadt und nicht als Provinz betrachteten.

Ich denke heute, daß jeder, der es mit dieser Stadt gut meint, ihr den Hauptstadt-Status wünschen soll, was automatisch irgendwelche polnischen Ansprüche an ein "polnisches Wilna" ausschließt. (...)

Wichtig, wenn wir über Wilna sprechen, ist, daß es in beträchtlichem Maße eine jüdische Stadt war. Auf eine völlig andere Weise als Warschau. Das jüdische Viertel in Wilna war ein Labyrinth enger, ganz mittelalterlicher Gässchen, die Häuser durch Arkaden verbunden, das holprige Pflaster zwei, vielleicht drei Meter breit. In Warschau dagegen waren es Straßen mit scheußlichen Mietshäusern aus dem 19. Jahrhundert.

 

Das jüdische Elend fiel in Wilna weniger ins Auge, was nicht heißt, daß es das nicht gegeben hätte. Doch nicht darin besteht der Unterschied.

Gaon von Vilnius


Wilna war ein starkes jüdisches Kulturzentrum mit Traditionen. Ich erinnere daran, daß eben hier an der Basis der jüdischen Arbeiterschaft, die jiddisch sprach, vor dem Ersten Weltkrieg der "Bund" entstand. Seine Führer, Alter und Ehrlich, wurden später von Stalin erschossen. Wilna hatte ein jüdisches Historisches Institut, das dann nach New York verlegt wurde. Und ich denke, daß Wilna besonders zum Wiederaufleben der hebräischen Sprache in Israel beigetragen hat. Als jemand, der in dieser Stadt lebte, hätte ich eine bestimmte Kenntnis von dem erlangen müssen, doch dem standen die Sitten und Gebräuche entgegen.

 

Das jüdische und das nichtjüdische Wilna lebten getrennt voneinander. Beide bedienten sich auch in Wort und Schrift einer anderen Sprache. Als Student war ich sehr international eingestellt, was ziemlich oberflächlich war. Ich wußte nichts über die Geschichte der Juden in Polen und Litauen, über ihr religiöses Gedankengut, den jüdischen Mystizismus, die Kabbala.


Das sollte ich erst viel später, in Amerika, lernen. Das  zeigt das Ausmaß der Trennung der beiden Gemeinschaften, denn was soll man über andere Städte im Vorkriegspolen sagen, wenn ich in einer solchen Nachbarschaft ein Ignorant geblieben bin. Soweit ich weiß, hat sich in Polen niemand gewagt vorzuschlagen, daß Hebräisch in den Schulen als eine der "klassischen" Sprachen unterrichtet wird, daß die intellektuelle Geschichte der polnischen Juden gelehrt oder zumindest das Alte Testament gelesen und kommentiert wird: er wäre gesteinigt worden. Und wenn mich auch der Haß der Juden auf die Polen, bei merkwürdiger Vergebungsbereitschaft gegenüber den Deutschen und Russen, sehr trifft und schmerzt, so muß ich zugeben, daß einem der kleinliche Antisemitismus - auf englisch würde ich petty, auf französisch mesquin sagen - genauso arg zusetzen kann wie ein Verbrechen, weil er etwas tägliches ist.


Quelle: Brief von C.Milosz an T.Venclova  in M.Klecel "Polen zwischen Ost und West" (1995)

 

 

 

 

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Gesundheit Litauen

 

Litauen ist ein recht armes Land. Dementsprechend sehen die einfachen Krankenhäuser aus.

Auch wenn die Litauer das nicht gerne hören, das litauische Krankenhaussystem ist nur in den grossen Städten auf deutschem Niveau.

Da die meisten Litauer nicht viel einzahlen, gibt man für größere Eingriffe oft unter der Hand etwas. Je größer die Operation / Behandlung, desto mehr.

 

Eine Leserin schreibt:

"Jedoch etwas anderes kann ich auch aus meiner Sicht mitteilen. In den Jahren, die ich jetzt in Litauen verbringe, habe ich kein einziges Mal irgend jemandem Geld gegeben. Keinem Arzt und keinem Beamten. Die Krankenhäuser sind wirklich nicht so toll und das Essen auch nicht ausreichend. Auch wenn man nicht so sterbends krank ist, bei der Verpflegung im Krankenhaus nimmt man ganz schnell einige Kilos ab. Also muss man zusehen, dass man öfters Besuch bekommt, die etwas Essbares mitbringen:) Was das Bezahlen fürs operieren oder andere Behandlungen angeht, ist es so, geben die, die Wunder erwarten. Jedoch auch ohne das du dem Arzt was in die Tasche steckst, wird man genau so gut behandelt und operiert wie alle anderen. Das kann ich ruhig aus eigener Erfahrung sagen, da meine Mutti im vergangenen Jahr eine neue Knieprothese bekommen hat und vor ein paar Monaten an der Wirbelsäule operiert wurde. Laut ihren Worten, am Anfang war ihr gar nicht wohl, so nichts zu geben.Aber sie hat auch verstanden, dass man ohne zusätzliche Bezahlung nicht weggestoßen wird . Jetzt wird auch in den Zeitungen immer wieder hingewiesen, dass die meisten Leistungen beim Arzt oder im Krankenhaus von der Krankenkasse bezahlt werden. Also, wer gibt ist selbst Schuld!"

Nicht das die litauischen Ärzte schlecht sind: es ist einfach zu wenig Geld da. Im privaten Sektor (besonders in Vilnius, Klaipeda und Kaunas etc.) gibt es Kliniken und Privatärzte die einen Vergleich mit Deutschland nicht scheuen müssen. Augen- Zahn-  und Herzkliniken buhlen um betuchte Kundschaft auch aus dem Ausland.

 

Touristen müssen also keine Angst haben, sie müssen mit der Standardversorgung nicht vorlieb nehmen.

Klingt irgendwie nach Privatpatient.

 

Apotheken (Vaistine) gibt es an jeder Ecke. Schliessen sie auf jeden Fall eine Auslandskrankenversicherung ab.

 

Die Telefonnummer des Notrufes ist: 112

 

Meist wird die deutsche Krankenversicherungskarte akzeptiert (das ist heute in der Regel die EHIC- Europäische Krankenversicherungskarte mit dem Euro Symbol hintern drauf).

Da das EHIC Verfahren aber noch nicht überall bekannt ist und Privatärzte sowieso sofort abrechnen, denken sie an die Auslandskrankenversicherung

 

Wir wurden bisher entweder umsonst behandelt oder die Abrechnung erfolgte über die Auslandskrankenversicherung gegen Vorkasse. Lassen sie sich auf jeden Fall eine unterschriebene Quittung geben.

 

Für die Sommermonate ist eine Impfung gegen die von Zecken übertragene FSME empfohlen.

Infos auch vom Auswärtigen Amt

 

 

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Die beste Reisezeit für Litauen

 

Reisezeit: Die großen Städte Kaunas, Vilnius, Riga und Tallinn kann man das ganze Jahr über besuchen. Da spielt das Wetter keine so große Rolle. Für Fahrradtouren, Reisen mit dem Motorrad oder Wanderungen (oder ein Besuch im Belmontas) empfiehlt sich natürlich der Sommer, der durchaus schöner als bei uns sein kann.

Achtung: es kann auch Mitte Mai zu Kälteeinbrüchen und Schneefällen kommen. Es kann aber auch wunderbar schön sein. Am 10. Mai 2017 hat mich ein Schneeschauer erwischt. Die Strasse war plötzlich voll Schnee und das Motorrad fahren musste eingestellt werden. Die Fahrrad Fahrer, die eine Tour auf der Kurischen Nehrung machten, werden ihre Reise bei 3 Grad wohl auch nicht vergessen.  

 

Allerdings kann es eben auch wochenlang regnen, wie bei der Motorradreise von Jörg Rittmeister.

 

Auch in der kalten Jahreszeit ist das Baltikum eine Reise wert. Bei Schnee und sehr tiefen Temperaturen hat Litauen einen besonderen Reiz. Einmal hatte es bei einem Besuch minus 27 °C. Unser Flugzeug in Riga bekam seine Tür nicht mehr zu. Da die Luft trockener ist, macht einem die Kälte aber bei entsprechender Kleidung nichts aus. Man kann ohne Probleme nach einem Saunagang durch den Schnee laufen.

 

Wenn im Winter das Kurische Haff zugefroren ist, kann man von Ventes Ragas (Windenburger Ecke) bis zur Kurischen Nehrung laufen.

 

Mein erster Besuch auf den Sanddünen der Kurischen Nehrung war im Winter 1992. Der kalte Wind fegte über die Dünen und mir war klar, hier musst du wieder hin. Da war Litauen noch wilder als heute.  

 

Vermeiden sie die Tauperioden! Außerdem sind die Straßenverhältnisse zu bedenken. Bei den Massen an Schnee kann nicht so gut geräumt werden wie bei uns.

 

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Kategorie in der litauische Persönlichkeiten vorgstellt werden sollen