Litauen hatte in seiner Geschichte folgende Hauptstädte:

  1. Kernavė (bis etwa um 1316)
  2. Trakai (etwa um 1316-1323)
  3. Vilnius (etwa um 1323-1920)
  4. Kaunas (1920-1940)  hier mehr über den Wechsel Vilnius-Kaunas-Vilnius
  5. Vilnius (seit 1940).

 

Kernave wird für den Sitz des sagenumwobenen Großfürsten Mindaugas gehalten. Trakai war nur 7 Jahre Hauptstadt.

Vilnius ist und war die kulturelle Hauptstadt Litauens, abgelöst für 20 Jahre von Kaunas, als Vilnius von Polen besetzt wurde.

 

2000 v. Chr. Baltische Völker (Letten, Litauer, Pruzzen) wandern bis in das Gebiet des heutigen Baltikums ein.

Die baltischen Sprachen gehören zur indo-europäischen Sprachgruppe, wobei das Litauische dem Sanskrit am nächsten steht.

 

500 v. Chr. Beginn des Bernsteinhandels; Kontakte mit anderen südwesteuropäischen Völkern.

 

1300 Jh. Die Litauer setzten sich vehement und erfolgreich gegen den Deutschen Orden zur

Wehr.

 

1253 Taufe und Krönung des Königs Mindaugas.

 

1316 – 1341 Gediminas Großfürst von Litauen.

 

1386 Mit der Taufe des litauischen Fürsten Jogaila und seiner Heirat mit Jadwiga, der Königin von Polen, beginnt die Personalunion Litauens mit Polen - ein Reich vom Baltikum bis zum Schwarzen Meer – die 500 Jahre Bestand haben soll, wobei die Litauer mit der Zeit immer mehr von den Polen dominiert werden.

 

1410 Schlacht bei Tannenberg und damit endgültiger Sieg der Litauer und Polen über den Deutschen Orden.

 

1434 Mit dem Tod Jogailas Ende der „Klassischen Zeit“ Litauens.

 

1569 Unionsvertrag von Lublin zwischen Litauen und Polen, wodurch Litauen den größten Teil seiner Selbständigkeit verliert.

 

1700 – 1721 Großer Nordischer Krieg, den die Russen zuungunsten Schwedens für sich entscheiden und sich somit die Vormachtstellung im Baltikum und Polen sichern.

 

1795 Durch die dritte polnische Teilung wird Litauen russisch: Verwaltungsbezirke Kowno (lit. Kaunas) und Wilna (lit. Vilnius).

 

19.Jh. Während der 120 Jahre dauernden russischen Besatzung (1795-1915) Beginn der Lösung von Polen - Besinnung auf die eigene Sprache und Identität. (Bücherschmuggel aus Kleinlitauen und Königsberg).

 

1863 Starke Beteiligung der Litauer am 2. Polen-Aufstand gegen Rußland - hauptsächlich aufgrund sozialer Missstände. Nach der Niederschlagung darf die litauische Sprache nur noch kyrillisch gedruckt werden.

 

1883 Die litauische Zeitschrift „Ausra“ erscheint in Königsberg und wird nach Litauen geschmuggelt. Struktur der litauischen Gesellschaft im 19. Jahrhundert: Adel = Polen (bzw. polonisierte Litauer), Städtisches Bürgertum = Deutsche und Juden, Beamte = Russen, Bauern = Litauer. Enges Verhältnis der Litauer zur katholischen Kirche.

 

Dez. 1905 Großer Litauischer Landtag, bei dem die Litauer die Ziele der Revolution in Rußland (vom Januar 1905) gutheißen. Russische Diplomatie dringt auf Spaltung zwischen Litauern

und Polen.

 Siedlung Litauen Weltkrieg

 Litauische Siedlung im I. Weltkrieg       Alte Postkarte

 

1914 – 1918 Litauen wird im 1. Weltkrieg vollständig von Deutschland besetzt.

 

1917 Oktoberrevolution in Russland.

 

1918 16. Februar: Unabhängigkeitserklärung Litauens.

 

1918 – 1920 Überlassung von Material der ehemals deutschen Besatzer zum Aufbau eines eigenen Heeres. Vertreibung der Roten Armee.

 

1920 9. Oktober: Besetzung der litauischen Hauptstadt Vilnius durch polnische Truppen. Die litauische Regierung residiert seit 1919 in Kaunas.

 

1922 De-jure-Anerkennung des litauischen Staates durch die Westmächte. Landreform, Einführung einer neuen Währung. Das Wilnaer Gebiet bleibt weiterhin unter polnischer Herrschaft.

 

1923 Litauische Freischärler besetzen das Memelgebiet.

 

1926 17. Dezember Staatsstreich in Litauen. Beginn der Diktatur von Voldemaras und Smetona.

 

1939 Nichtangriffspakt zwischen Deutschland und der UdSSR. (Hitler Stalin Pakt) Im „Zusatzprotokoll“ kommen die baltischen Staaten und Finnland zur sowjetischen Interessenssphäre. Auch Litauen wird ein „Beistandspakt“ aufgezwungen. Es muss der Sowjetarmee Stützpunkte einräumen.

 

1940 Einmarsch der sowjetischen Truppen in Litauen („Wahlen“ mit kommunistischen Einheitslisten).

 

1941 1. Deportationswelle in allen drei baltischen Staaten (65.000 Menschen allein am 14. Juni, davon ca. 20.000 Litauer Die Zahlen der Deportierten schwanken stark. Scheinbar sind sie extra übertrieben worden.).

 

1941-44 Besetzung des Baltikums durch die deutsche Wehrmacht. Vernichtung fast der gesamten jüdischen Bevölkerung.

 

1945 Besetzung des Baltikums durch die Sowjetunion. Beginn des Partisanenkampfes (Waldbrüder).

 

1949 2. Deportationswelle im Baltikum (3 % der Bevölkerung, etwa 190.000 Menschen, davon 80.000 Litauer). Etwa die Hälfte davon stirbt in den Lagern. Die anderen kehren nach 5-10 Jahren in der Regel völlig mittellos wieder zurück.

 

1987 Erste öffentliche Proteste gegen die sowjetische Herrschaft in allen 3 baltischen Staaten.

 

1988 Gründung der Volksfronten in Lettland, Litauen und Estland.

 

1991 13. Januar: OMON-Einheiten (Spezialtruppe des sowjetischen Innenministeriums) besetzen den Fernsehturm und schießen auf die Bevölkerung (14 Tote). 20. August: nach dem Putsch in Moskau gegen Michael Gorbatschow werden die baltischen Staaten wieder unabhängig.

 

1992 Algirdas Brazauskas wird Präsident der Republik Litauen.

 

1993 Abzug der letzten sowjetischen Soldaten aus Litauen.

 

1998 Valdas Adamkus wird Präsident der Republik Litauen.

 

2000 15.02.: Aufnahme von formellen Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union.

 

2004 Mitgliedschaft in EU und Nato

 

2007 Schengener Abkommen tritt in Kraft, der Euro sollte eingeführt werden. Wegen zu hoher Inflation gestoppt. Neuer Termin nicht vor 2014

 

2012 März  Litauen schließt einen Vertrag über ein KKW mit Hitachi. Fertigstellung soll zwischen 2020 und 2022 sein

 

2014 Juni   EU Finanzminister stimmen der Einführung des EURO in Litauen zu

 

2015   Am 1. Januar wird der Euro eingeführt. Der litauische Vytis (Ritter), mit dem Schwert auf einem Pferd, ist auf allen Münzen geprägt. Die Scheine sind in Europa alle gleich.

 

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