Litauen Geschichte

 

"Menschen, welche die Geschichte nicht kennen, bleiben immer Kinder".

Jonas Basanavicius im Vorwort seiner Zeitung "Ausra"

 

Litauens Haupstädte:

  1. Kernavė (bis etwa um 1316)
  2. Trakai (etwa um 1316-1323)
  3. Vilnius (etwa um 1323-1920)
  4. Kaunas (1920-1940)  hier mehr über den Wechsel Vilnius-Kaunas-Vilnius
  5. Vilnius (seit 1940).

 

 

Kernave wird für den Sitz des sagenumwobenen Großfürsten Mindaugas gehalten. Trakai war nur 7 Jahre Hauptstadt.

Vilnius ist und war die kulturelle Hauptstadt Litauens, abgelöst 1920 von Kaunas, als Vilnius von Polen besetzt wurde. Ethnisch war Vilnius eine jüdisch und polnisch dominierte Stadt. Der Anteil an Litauern betrug Anfang des 20. Jahrhunderts nur etwa 3%.

Der Name Litauen könnte vom litauischen Wort für Regen, "Lietus" kommen, zumindest meinen das manche Besucher. Die älteste Erwähnung Litauens stammt aber aus den Quedlinburger Annalen als lateinisches "Litua" aus dem Jahre 1009. Hier ist die Rede von einem Erzbischof Bruno, der beim Missionieren in "Litua" mit seinen Gefährten geköpft wurde. Die meisten Historiker leiten den Namen ab auf einen Nebenfluss der Neris, der "Lietauka" (wird heute Lietava genannt).

 

Litauische Herrscher       

(in Arbeit)

Vytautas 1392-1430 Vetter vom polnischen König Jogaila. Als einziger der litauischen Herrscher erhielt er den Beinamen "der Große". Während seiner Regierungszeit erreicht das Großfürstentum Litauen seine größte Ausdehnung von Palanga an der Ostsee bis zum Schwarzen Meer. 

 

 

2000 v. Chr. Baltische Völker (Letten, Litauer, Pruzzen) wandern bis in das Gebiet des heutigen Baltikums ein.

Die baltischen Sprachen gehören zur indo-europäischen Sprachgruppe, wobei das Litauische dem Sanskrit am nächsten steht.

 

500 v. Chr. Beginn des Bernsteinhandels; Kontakte mit anderen südwesteuropäischen Völkern.

 

1300 Jh. Die Litauer setzten sich vehement und erfolgreich gegen den Deutschen Orden zur Wehr.

1238 Mindaugas wird von den litauischen Adligen die Herrschaft Litauens angetragen.

1253 Taufe und Krönung des Königs Mindaugas. Mindaugas gehörte zu einer bedeutenden litauischen Fürstenfamilie. Er soll die fünf litauischen Fürstentümer zu einem Staatswesen vereinigt haben.

Durch seine Christianisierung erhoffte er sich Rückhalt durch den livländischen Orden gegen seine inner-litauischen Widersacher. 

1261 löst er sich von der Katholischen Kirche

1263 Mindaugas wird von seinem Schwager Daumantas und seinem Neffen Treniota ermordet. Mindaugas Sohn Vaisalga übernahm die Staatsführung, wurde aber auch ermordet.

1316 – 1341 Gediminas Großfürst von Litauen. Er gilt als geschickter Taktiker und baute Litauen zu einer europäischen Großmacht auf. Durch kluge Bündnispolitik und Heiratspolitik reichte der litauische Einfluss bis Kiev. Gediminas nannte sich "König der Litauer und Ruthenen". Er starb im Kampf mit dem 'Deutschen Orden' an der Bayerburg (Plokščiai – Unterlauf der Memel bei Raudone) an einem Armbrustpfeil.

Das Wappen der Gediminas Dynastie war eine stilisierte Burg auf rotem Grund.

Auf der Staatsflagge vor dem II. Weltkrieg war der litauische Ritter Vytis auf der Vorderseite, die Gediminasburg auf der Rückseite der Staatsflagge.

1362 Gedimina's Sohn Algirdas besetzt Kiew, die "Mutter der russischen Städte". Ethnische Litauer machen nun nur noch etwa 10 % der Bürger des Großfürstentums aus.

1377 Jogaila (Fürst von Kiew) wird Großfürst von Litauen

1385 Vertrag von Kreva (Krewo). Großfürst Jogaila verpflichtet sich, sein litauisches Land "auf ewig" der Krone Polens anzugliedern und sein Volk taufen zu lassen.

1386 Mit der Taufe des litauischen Fürsten Jogaila und seiner Heirat mit Jadwiga, der Königin von Polen, beginnt die Union Litauens mit Polen, die 400 Jahre Bestand haben soll (bis zur dritten polnischen Teilung 1795), wobei die Litauer mit der Zeit immer mehr von den Polen dominiert werden. Jogaila herrscht mit seiner Frau als König Wladyslaw II. Jagiello bis 1434.

Litauischer Ritter mit Schwert und Doppelkreuz

Das litauische Doppelkreuz

Über das Geschlecht der Jagiellonen gelangte das ungarisch/slowakische Doppelkreuz - in der Form dem Lothringer Kreuz ähnelnd - auch in das Wappen Litauens, als es 1386 als angebliches Kreuz des Heiligen Ladislaus von Władysław II. Jagiełło angenommen wurde.

Zusammen mit dem neuen litauischen Großfürsten Vytautas (seinem Vetter) gründet er die polnisch-litauische Union.

Heute gibt es Stimmen, die Jogaila diese polnisch-litauische Union übel nehmen. Lieber hätte mancher Litauer einen rein litauischen Staat, da die Nähe zu Polen rasch zu einer Polonisierung der litauischen Kultur führte. Es gab einfach mehr Polen und die polnische Kultur war weiter entwickelt, als die litauische, obwohl Litauen das dreifach größere Staatsgebiet mitbrachte. (Aber der größte Teil davon ohne ethnische Litauer). Die Christianisierung Litauens erfolgte von Polen aus, was die Verbreitung der polnischen Sprache, Sitten und Gebräuchen noch forcierte. Die litauische Sprache wurde bald nur noch in den Dörfern gesprochen. Ob Litauen weitere Auseinandersetzungen mit Russland und den Deutschen Orden standgehalten hätte, ohne die Zusammenarbeit mit Polen, das kann man bezweifeln, bleibt aber Spekulation. Litauen alleine hätte in der –

1410 Schlacht bei Tannenberg keine Chance gehabt und die Verbündeten erreichten damit den endgültigen Sieg über den Deutschen Orden. Der Sieg bei Grunwald (lit. Zalgiris) war Vytautas größte militärische Leistung.

1413 Im Vertrag von Horodlo akzeptiert Vytautas die Union. Beide Seiten vereinbarten, das der litauische Großfürst und der polnische König fortan mit Zustimmung beider Seiten gewählt werden soll. 

1422 kam es im Frieden von Melnosee zu einem Vertrag Litauen/Polens mit dem Deutschen Orden. Man einigte sich auf Frieden, tauschte Gebiete aus und definierte die Grenzen zwischen Ordensland und Litauen neu. Diese  Grenze von Palanga bis zur Memel sollte die am zweitlängsten gültige Grenze Europas sein und galt bis 1923, als litauische Freischärler das Memelland besetzten.

1430 Nach Vytautas Tod wird Jogailas Bruder Švitrigaila litauischer Großfürst, kurz darauf aber durch Vytautas Bruder Zygimantas ersetzt.

1434 Tod Jogailas.

1444 Kasimir IV. Andreas wird Großfürst von Litauen und 1447 König von Polen.

1500 In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts schwand die Macht Litauens, da das Großfürstentum Moskau immer stärker wurde.

1569 Durch die Stärke Moskaus und immer mehr Auseinandersetzungen an der Ostgrenze, kam es zur Vereinigung Litauens mit Polen im Unionsvertrag von Lublin, wodurch Litauen den größten Teil seiner Selbständigkeit verliert. Der König von Polen wird in Personalunion litauischer Großfürst.

Im Vertrag stand ausdrücklich, dass es sich beim gemeinsamen Staat um ein einziges, unteilbares Ganzes handelt, eine einheitliche und untrennbare Republik, die aus zwei Völkern und zwei Staaten zusammengefügt worden ist.

Polnische Bestrebungen diesen Status nach dem I. Weltkrieg beizubehalten, kann man in diesem Zusammenhang zumindest verstehen. Ein polnisches Heiligtum, die Aušros Vartai (Tor der Morgenröte) liegt in Vilnius. Berühmte Polen, wie Staatspräsident Pilsudski sind in Vilnius geboren.

1575 Stefan Bathory wird litauischer Herrscher

1579 Gründung der Universität von Vilnius

1587 Sigismund der III. Wasa wird Großfürst.

1697 von nun an ist polnisch die Kanzleisprache (die Sprache der staatlichen Institutionen)

1700-1721 Großer Nordischer Krieg, den die Russen zuungunsten Schwedens für sich entscheiden und sich somit die Vormachtstellung im Baltikum und Polen sichern.

1737 es wird in den Kirchen nicht mehr litauisch gepredigt.

1795 Durch die dritte polnische Teilung kommt Litauen das erste Mal zu Russland: Verwaltungsbezirke Kowno (lit. Kaunas) und Wilna (lit. Vilnius). Mit Litauen kommen plötzlich auch Millionen Juden ins russische Zarenreich. 

Für die Menschen änderte sich allerdings nicht viel. Weiterhin waren die Polen die Großgrundbesitzer, die Juden lebten in der Städten und beherrschten den Handel und die Litauer lebten meist in den Dörfern.

1818 Mit dem Buch "Metai" erscheint das erste weltliche Buch in litauischer Sprache.

1830/31 Erster Aufstand gegen den Zaren, ausgehend von Polen. 1832 wird die Universität in Vilnius als Strafe geschlossen.

19.Jh. Während der 120 Jahre dauernden ersten russischen Besatzung (1795-1915) Beginn der Lösung von Polen - Besinnung auf die eigene Sprache und Identität. (Bücherschmuggel aus Kleinlitauen und Königsberg).

 

1863/64 Starke Beteiligung der Litauer am 2. Polen-Aufstand gegen Russland - hauptsächlich aufgrund sozialer Missstände. Beendet wurde der Aufstand vom Generalgouverneur  Michail Murawjow, der damit in die Geschichte als "Henker von Wilna" einging (Butenschön). Nach der Niederschlagung dürfen Bücher nur noch kyrillisch gedruckt werden. 

 

1883 Die litauische Zeitschrift „Ausra“, mit herausgegeben vom späteren Unterzeichner der litauischen Unabhängigkeitserklärung , Jonas Basanavičius erscheint in Königsberg und wird nach Litauen geschmuggelt. Struktur der litauischen Gesellschaft im 19. Jahrhundert: Adel = Polen (bzw. polonisierte Litauer), städtisches Bürgertum = Deutsche und Juden, Beamte = Russen, Bauern = Litauer. Enges Verhältnis der Litauer zur katholischen Kirche.

Litauer besinnen sich ihrer ethnischen Herkunft und sprechen litauisch. Keiner wollte mehr "litauischer Mensch einer polnischen Nation" sein (Butenschön). Das sahen die Polen anders: für sie waren die Litauer "anderssprechende Polen" und untrennbarer Teil des polnischen Volkes (Zenonas Namavicius).

1904 Mai 7.  Das Druckverbot von Büchern und Zeitungen in litauischer Schrift wird aufgehoben.

Dez. 1905 Großer Litauischer Seimas, bei dem die Litauer die Ziele der Revolution in Russland (vom Januar 1905) gut heißen. Russische Diplomatie dringt auf Spaltung zwischen Litauern und Polen. Die litauischen Teilnehmer des Treffens fordern von Russland Autonomie und Selbstverwaltung. Intern wird schon von Unabhängigkeit gesprochen.

 Siedlung Litauen Weltkrieg

 Litauische Siedlung im I. Weltkrieg       Alte Postkarte

 

1915 Frühjahr Litauen wird im 1. Weltkrieg vollständig von Deutschland besetzt. Deutschland errichtet das Land "Ober Ost". Da Russland seine Verwaltung abgezogen hat, entsteht eine komplett neue Verwaltung. Auch die litauische Wirtschaft ist jetzt von der russischen gekappt, was dem Land später bei der Unabhängigkeit hilft.

 

1917 Oktoberrevolution in Russland. Gründung einer nationalen Interessenvertretung, erlaubt von den Deutschen, die "Taryba"

 

1918 Februar 16. : Unabhängigkeitserklärung Litauens. Zuvor kam es zu einer Unabhängigkeitserklärung, in der noch von unauflösbarer Bindung zu Deutschland die Rede war. Deutschland sah Litauen immer noch als Kriegsbeute. Der Wunsch Deutschlands war es, in Litauen eine konstitutionelle Monarchie unter einem deutschen Fürsten zu errichten.

 

1918 – 1920 Überlassung von Material der ehemals deutschen Besatzer zum Aufbau eines eigenen Heeres. Vertreibung der Roten Armee mit deutscher Hilfe.

1918 16. Dezember Ausrufung der Litauischen Sozialistischen Sowjetrepublik (litauisch: Lietuvos Tarybų Socialistinė Respublika) durch die „Litauischen Provisorische Revolutionären Regierung der Arbeiter und Bauern“ und deren Vorsitzenen Vincas Mickevičius-Kapsukas. Mickevičius sollte in der Heldenverehrung der Litauischen Kommunisten nach dem 2. Weltkrieg eine große Rolle spielen.

1919 5. Januar Die "Rote Armee" besetzt Vilnius. Bereits am 7. Januar 1919 nimmt die kommunistische Regierung unter Vincas Mickevičius-Kapsukas in Vilnius ihre Tätigkeit auf.

1919 27. Februar Zusammenlegung der Litauischen Sozialistischen Sowjetrepublik mit der Weißrussischen Sozialistischen Sowjetrepublik zur Litauisch-Weißrussischen Sozialistischen Sowjetrepublik. Mickevičius-Kapsukas war Chef des Rats der Volkskommissare und somit quasi Regierungschef.

1919 21. April Polnische Truppen erobern Vilnius, die Regierung unter Mickevičius-Kapsukas verlegt ihren Regierungssitz zunächst nach Minsk. Nachdem auch dieses von polnischen Truppen besetzt worden war, amtierte die Regierung in Smolensk.

1919 25. August Da das gesamte Territorium der Litauischen-Weißrussischen Sowjetrepublik unter polnischer Kontrolle steht, wird sie aufgelöst.

1920 Juli Sowjetische Truppen besetzen erneut Vilnius

1920 Juli 12. Beendigung des Kriegszustands mit der Sowjetunion durch Unterzeichnung eines Friedensvertrages, in dem die Sowjetunion "für alle Zeiten" ( ;-) )  )auf seine Souveränitätsrechte über das litauische Volk und das Land Litauen verzichtet.

1920 Oktober 9. : Besetzung der litauischen Hauptstadt Vilnius durch polnische Truppen unter General Lucjan Zeligowski. Coup von Pilsudski. Die litauische Regierung residiert seit 1919 in Kaunas. Bis 1938 gab es deshalb keine diplomatischen Kontakte mehr zwischen Polen und Litauen.

 

1922 De-jure-Anerkennung des litauischen Staates durch die Westmächte. Landreform, Einführung einer neuen Währung. Das Wilnaer Gebiet bleibt weiterhin unter polnischer Herrschaft.

 

1923 Litauische Freischärler besetzen das Memelgebiet.

 

1926 Dezember 17. Staatsstreich in Litauen. Beginn der Diktatur von Smetona.

1927 April Smetona löst den Seimas (Parlament) auf.

 

1939 Nichtangriffspakt zwischen Deutschland und der UdSSR. (Hitler Stalin Pakt) Im „Zusatzprotokoll“ kommen die baltischen Staaten und Finnland zur sowjetischen Interessenssphäre. Auch Litauen wird ein „Beistandspakt“ aufgezwungen. Es muss der Sowjetarmee Stützpunkte einräumen.

 

1940 Juni 15. Einmarsch der sowjetischen Truppen in Litauen. Smetona flieht. („Wahlen“ mit kommunistischen Einheitslisten) in Folge des Hitler – Stalin Paktes.

         Juni 17.  Eine moskaufreundliche "Volksregierung" unter dem Journalisten Justas Paleckis wird gebildet

         August 3. Die Aufnahme Litauens in die UdSSR erfolgt auf "Bitte" des Parlaments (Seimas)

"Kleine Völker müssen verschwinden"

Sie müssen die Realität sehen und verstehen, dass kleine Nationen in Zukunft verschwinden werden. Ihr Litauen und die anderen baltischen Nationen, Finnland eingeschlossen, werden sich der ruhmreichen Familie der Sowjetunion anschließen. Deshalb sollten Sie jetzt anfangen, ihr Volk an das Sowjetsystem zu gewöhnen, das in Zukunft überall, in ganz Europa, herrschen wird, an manchen Orten früher, wie im Baltikum, an anderen später." Molotow zum lit. Außenminister am 30.6.1940  (Misiunas: The Baltic States)

1940 Oktober 10.  Litauen unterschreibt mit der Sowjetunion einen Beistandspakt. Molotow und Stalin versichern, keine kommunistische Propaganda in Litauen zu unterstützen und der Regierung helfen, falls die Kommunisten doch "etwas" versuchen sollten. S. Mylliniemi "Die baltische Krise"

          September 17.  Litauen bekommt Vilnius von Stalin wieder zurück. Es entsteht die Redewendung: "Vilnius musu – Lietuva Rusu" (Vilnius ist unser – Litauen gehört Russland)

1941 Juni 14.   1. Deportationswelle in allen drei baltischen Staaten. Ca. 50.000 Menschen allein am 14. Juni, davon ca. 17.000 Litauer (darunter 2.045 Juden) werden nach Sibirien abtransportiert.

                        (Quelle der 17.000 Litauer ist Arunas Bubnys "Litauen unter rotem Terror, die 2.045 Juden M. Butenschön "Litauen") 

 

1941 Juni 22. Besetzung des Baltikums durch die deutsche Wehrmacht. Beginn der Vernichtung fast der gesamten jüdischen Bevölkerung.

 

1945 Besetzung des Baltikums durch die Sowjetunion. Beginn des Partisanenkampfes (Waldbrüder).

 

1949 2. Deportationswelle im Baltikum (3 % der Bevölkerung, etwa 190.000 Menschen, davon 80.000 Litauer). Etwa die Hälfte davon stirbt in den Lagern. Die anderen kehren nach 5-10 Jahren in der Regel völlig mittellos wieder zurück.

 

1987 Erste öffentliche Proteste gegen die sowjetische Herrschaft in allen 3 baltischen Staaten.

 

1988 Gründung der Volksfronten in Lettland, Litauen und Estland.

 

1991 13. Januar: OMON-Einheiten (Spezialtruppe des sowjetischen Innenministeriums) besetzen den Fernsehturm und schießen auf die Bevölkerung (14 Tote). 20. August: nach dem Putsch in Moskau gegen Michael Gorbatschow werden die baltischen Staaten wieder unabhängig.

 

1992 Algirdas Brazauskas wird Präsident der Republik Litauen.

 

1993 Abzug der letzten sowjetischen Soldaten aus Litauen.

 

1998 Valdas Adamkus wird Präsident der Republik Litauen.

 

2000 15.02. : Aufnahme von formellen Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union.

 

2004 Mitgliedschaft in EU und Nato

 

2007 Schengener Abkommen tritt in Kraft, der Euro sollte eingeführt werden. Wegen zu hoher Inflation gestoppt. Neuer Termin nicht vor 2014

 

2012 März  Litauen schließt einen Vertrag über ein KKW mit Hitachi. Fertigstellung soll zwischen 2020 und 2022 sein

 

2014 Juni   EU Finanzminister stimmen der Einführung des EURO in Litauen zu

 

2015   Am 1. Januar wird der Euro eingeführt. Der litauische Vytis (Ritter), mit dem Schwert auf einem Pferd, ist auf allen Münzen geprägt. Die Scheine sind in Europa alle gleich.

 

2017 Heftige Diskussionen in Litauen über die litauische Beteiligung am Holocaust (Ruta Vanagaite "Musiskiai")

2018 Das litauische Parlament macht das Jahr 2018 zum Erinnerungsjahr an Adolfas Ramanauskas, Kampfname Vanagas. Es kommt zu internationalen Protesten, da Ramanauskas einen Trupp Partisanen in Druskininkai beim antisowjetischen Aufstand, oder anders gesagt, beim Einmarsch der Deutschen am 22.6.1941 anführte. Wie überall in Litauen kam es da zu Übergriffen auf die jüdische Bevölkerung und zu Toten. 

 

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