Vytautas Putna

Vytautas Putna

Vytautas Putna  Bild: Wikipedia

 

Vytautas Putna war ein litauischer Aktivist, der während seines Studiums an der Rigaer Handelsschule eine Marxistische Gruppe leitete.

 

 

Vytautas Putna  Gruta

 Vytautas Putna Grutas Park

 

 

Geboren am 31.3.1893 bei Moletai und am 12.6.1937 in Moskau erschossen.

 

1913 wurde er wegen Revolutionärer Propaganda verhaftet und blieb bis 1915 im (zaristischen) Gefängnis. 1915 wurde er zur (zaristischen) Armee berufen (obwohl er ja vorher für seine kommunistischen Aktivitäten inhaftiert war) und an die Front geschickt. Nach seiner militärischen Ausbildung wurde Putna zum Bataillons Kommandeur ernannt und wechselte 1918 mitsamt seines gesamten Bataillons die Seiten und gehörte fortan der Roten Armee an. Im März 1921 schlug er mit seiner Einheit einen Aufstand von Soldaten in Kronstadt nieder, bei der Hunderte von Soldaten und Seeleuten starben (allerdings nicht durch Putna sondern durch die anschliessende "juristische Aufarbeitung" ).

 

Von 1924 bis 1927 arbeitete er im Generalstab der Roten Armee. Danach wurde er als Militärattache in England, Deutschland, Finnland und Japan eingesetzt.

Von 1931 bis 1934 führte er ein Korps und danach eine Armee in Fernen Osten. 1934 bis 1936 war er Militärattache in London.

 

Für seine treuen Dienste wurde er im Rahmen von Stalins Militärumbau 1937 nach Moskau zurück beordert und zusammen mit anderen prominenten (und fähigen) Militärs erschossen. Seine Nähe zu Michail Tuchatschewski wurde ihm zum Verhängnis. Wahrscheinlich sehr zur Freude der Nationalsozialisten.

 

London war in den 30'er Jahren sicher ein spannender Ort in der Konfrontation zwischen der Sowjetunion, den Deutschen und dem Westen.

Herausragend ist hier Iwan Maiski, der bis 1943 sowjetischer Botschafter in London war. In seinen Tagebüchern, die 2015 von Daniel Gorodetsky herausgegeben wurden, steht über Putna:

"Witowt Kasimirowitsch Putna, der sich im russischen Bürgerkrieg auszeichnete, ergriff 1923 Partei für die trotzkistische Opposition. Zwischen 1927 und 1931 amtierte er in drei Ländern - Japan, Finnland und Deutschland - als sowjetischer Militärattache, 1934-1936 in gleicher Funktion in Großbritannien. Im Sommer 1936 wurde er aus London zurückberufen, verhaftet, gefoltert und zum Tode verurteilt. Maiski wurde 1938 in Moskau gezwungen, Putna zu denunzieren. Putna wurde 1957 postum rehabilitiert."

 

Stalin waren die alten Kader der Partei, besonders in der Roten Armee ein Dorn im Auge. Sie alleine konnten sich ihm noch in den Weg stellen und seine Alleinherrschaft in Frage stellen. Ein alter Konflikt schwelte zudem zwischen Stalin und Tuchatschewski. Bei der Schlacht um Warschau 1920, bei der die Polen unter Józef Piłsudski  die anstürmenden Sowjets abwehrten, hatte Tuchatschewski das Kommando. Dazu schreibt Robert Coquest im Spiegel vom 8.2.1971:

 

"Denn: Auch mit Tuchatschewski hatte Stalin eine alte Rechnung zu begleichen. Der Streit um die Verantwortlichkeit fiir die sowjetische Niederlage in der Schlacht um Warschau im polnisch-sowjetischen Krieg von 1920 war noch nicht ausgestanden.
Damals war Tuchatschewski nördlich der polnischen Hauptstadt mit der Masse der sowjetischen Kräfte vorgestoßen, während Frontkommandeur Jegorow und sein Kommissar Stalin mit der südlichen Front, zu der Budjonnys Reiterarmee gehörte, in Richtung auf Lemberg angegriffen hatten. Befehle, Budjonny nordwärts in Richtung Warschau schwenken zu lassen, waren nicht befolgt worden. Die Schlacht von Warschau ging verloren. Offensichtlich hatten Stalin und seine Kommandeure sich örtlichen Ruhm auf Kosten des Gesamtziels sichern wollen.
Die meisten sowjetischen Militärkritiker urteilten später mit Tuchatschewski, daß Stalin, Jegorow und Budjonny der Offensive mutwillig jede Chance genommen hätten. Lenin scheint der gleichen Meinung gewesen zu sein. Die Affäre wurde in militärischen Vorträgen öffentlich behandelt. Es läßt sich nicht bezweifeln, daß dies heftig an Stalin fraß; als er die vollständige Herrschaft über die Geschichtsbücher gewann, wurde die ganze Episode als ein strategisch vernünftiges Unternehmen hingestellt, das aus verräterischen Gründen von Tuchatschewski sabotiert worden sei."

 

Pisudski konnte also Warschau wahrscheinlich nur wegen Stalins Geltungssucht retten.

 

Mehr zu den Stalinistischen Säuberungen in einem Artikel von Robert Coquest.

 

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