KGB Museum

 

 KGB Museum Vilnius

KGB Museum Aussenwand mit Namen der Ermordeten der Jahre 1945-46

 

Das sogenannte KGB Museum von Vilnius liegt am Gedimino Prospekt, der Haupteinkaufsstrasse im Zentrum von Vilnius. Hier gibt es Theater, Restaurants und einige Hotels. Vergleichbar ist die Strasse - (sie hiess bisher, je nach momentaner Herrschaft: ulica Mickiewicza (poln.), Adolf Hitler und Lenin Strasse) vielleicht mit der Königsallee. Geht man am KGB Museum vorbei, gelangt man zum litauischen Parlament und zur Neris.

 Zelle Vilnius Genozid Museum

Wir möchten da nicht rein - Demokratie ja klar!   

 

Von aussen erkennt man das KGB Museum schon an den in die Häuserwand eingemeisselten Namen von 199 (1945-1946) ermordeten Litauern. Das Gebäude spiegelt die bewegte litauische Geschichte wider. Es stammt aus der Zarenzeit und wurde 1899 als Gericht von Vilnius  eröffnet. Während der litauischen Unabhängigkeit beherbergte das Haus den Sitz der litauischen Armee von Vilnius. 1920 eroberte Polen (Pilsudski) Vilnius und das umliegende Gebiet und es gab hier wieder eine Justizbehörde.

 

Unschön wurde es, als die Rote Armee Litauen 1940 überfiel. Für die nächsten Jahre diente das Haus an der Gedimino Chaussee der Unterdrückung von Andersdenkenden. Kurz waren 1941-1944 auch die Deutschen mit ihren Sonderkommandos hier untergebracht. 

Die sowjetischen Unterdrückungsorgane (NKVD und NKGB) bauten den Keller zur Folterkammer und Gefängnis aus. 1940 begannen Aktionen gegen die Litauer, denen nicht getraut wurde, die sich gegen die Verstaatlichung wehrten, die wohlhabender als andere waren, oder die ganz  einfach von den Nachbarn angeschwärzt wurden. Die Deutschen machten während ihrer Zeit in Vilnius fleissig weiter, bis wieder die Russen das Ruder übernahmen. Jetzt ging es richtig los. Da die Litauer sich gegen die Besatzung wehrten (Waldbrüder) nahm die Härte der Besatzer weiter zu und Folter und Mord waren an der Tagesordnung.

 

 Kisten Gefaengnis Vilnius KGB

Die sogenannten Kisten. Gefangene wurden hineingesteckt, während ihre Dokumente bearbeitet wurden.

 

Der Erschiessungskeller. Multimedial wird der Horror näher gebracht!

 

Ich habe das Museum 1995 und 2014 besucht. Beide Male waren die Zellen, besonders die Gummizelle imposant. Neu ist die Möglichkeit zur Besichtigung des Erschiessungskellers, in dem man auf Glasboden läuft. Der ehemalige Betonboden war so gemacht, dass das Blut der Erschossenen durch die Kanalisation abfliessen konnte. Die gruselige Atmosphäre wird durch Filmeinspielungen noch verstärkt. Mehr als 1000 Gefangene wurden hier erschossen oder zu Tode gefoltert. Die Foltermethoden werden im Museum gut beschrieben, ich glaube, sie werden auch heute noch weltweit angewendet.

 Gefaengniszellen KGB Vilnius

Gang durch die Gefängniszellen

 

Heute sind hier neben dem Museum für die Opfer des Völkermords auch noch Spezialarchive und das Zentrum zur Erforschung von Völkermord und Widerstand (Untersuchungen über den Holocaust in Litauen sowie die sowjetischen Verbrechen) untergebracht.

 Gummi und Folterzelle Vilnius

Die Gummizelle. Hier konnte man Foltern ohne die Nachbarn zu stören.

 

Eingang Museum Genozid Voelkermord Vilnius

Eingang des Museums

 

Abhörraum KGB Vilnius Museum

 Kontroll und Abhörraum

 

Zelle Vilnius KGB Museum

Zelle 

 

Da das KGB Museum quasi von den Sowjets übernommen wurde und mehr oder weniger originalgetreu erhalten ist (an den Wänden wurden 18 Schichten Farbe gefunden), lag der litauische Konzeptionsschwerpunkt nach der Unabhängigkeit darin, den Unterdrückungsapparat der russischen Besatzer deutlich zu machen. Bis heute ist eine kleine Ausstellung über den litauischen Holocaust hinzu gekommen, die an die 200.000 litauischen Juden gedenkt, die 1941 durch die Deutschen und ihren litauischen Helfern Hitlers Wahn zum Opfer fielen.

 

Einer der bekanntesten Insassen war der Partisanenführer Adolfas Ramanauskas (Codename Vanagas). Er war zweiter Vorsitzende des Präsidiums der Widerständler nach Jonas Zemaitis. Nach Verrat wurde er im Oktober 1956 gefangen genommen und im Vilniuser KGB Gefängnis gefoltert und verhört. Im Krankenhaus wurden anschliessend Wunden, zerstochene Augen und fehlende Hoden festgestellt. Ramanauskas wurde 1957 erschossen.

 

Museum für die Opfer des Völkermords

 

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