Litauen baut Terminal für Flüssiggasimport in Klaipeda

Regasifizierungsschiff Independence Klaipeda

Regasifizierungsschiff Independence mit Flüssiggasschiff an der Schweinerückeninsel vor Klaipeda   Fotomontage © HoeghLNG  

Dank an Klaipedos Nafta

 

 

In Klaipeda laufen die Bauarbeiten für ein Flüssiggasterminal auf Hochtouren. An der so genannten Schweinerückeninsel (neben dem Fähranleger der DFDS Schiffe aus Kiel) wird ein Terminal für die Übernahme von Importflüssiggas gebaut. Dort wird das litauische FSRU Schiff "Independence" (Gasrückgewinnungsschiff) liegen und Flüssiggaslieferungen aus aller Welt übernehmen.

 

Mit Norwegen sind zwar Abnahmeverträge für die nächsten zehn Jahre unterschrieben, theoretisch kann das Gas aber überall auf dem Weltmarkt eingekauft werden. Sinn der nicht ganz billigen Aktion ist die litauische Abhängigkeit vom russischen Erdgas. Die bisher einzige Leitung nach Litauen führt über das Territorium von Weißrussland. Litauen zahlt zur Zeit die weltweit höchsten Preise für Erdgas (was an den nicht so guten Beziehungen zu Russland liegt).

 

Das Prinzip der LNG (Liquid Natural Gas) Anlage ist es, Erdgas an den Lagerstätten durch Druck und Kälte zu verflüssigen und mit speziellen Schiffen in die Verbraucherländer zu transportieren. Wie hier in Klaipeda wird das Flüssiggas dann abgeladen, im litauischen FSRU wieder zu Gas (regasify) umgewandelt und durch Pipelines an die nationale Gasverteilung geleitet.

Das Verhältnis von Flüssiggas zum gasförmigen Erdgas ist 1:600. Mit der geplanten Anlage läßt sich (theoretisch) der gesamte litauische Gasverbrauch abwickeln. Zur Regasifizierung muss dem Flüssiggas Energie (Wärme) zugefügt werden. Dies soll in den Sommermonaten mit dem Wasser der Nehrung passieren. In den kalten Monaten stehen gasbetriebene Wärmetauscher zur Verfügung. Das FSRU Schiff wurde in Korea gebaut, für 10 Jahre geleast und soll im Herbst 2014 in Klaipeda ankommen.

 

Der Schiffsname "Independence" (Unabhängigkeit) kommt nicht von ungefähr, sondern verdeutlicht den Wunsch der Litauer sich vom russischen Monopol der Energieversorgung zu emanzipieren. Hoffentlich funktioniert das Projekt wie geplant und wird von einer breiten Mehrheit unterstützt. Mit ein bischen Fantasie kann man sich das Echo der Öffentlichkeit ausmalen, wenn die Russen plötzlich den Gaspreis reduzieren und das Regasifizierungsprojekt plötzlich unrentabel wird.

 

Die europäischen Regasifizierungsanlagen sind nicht ausgelastet, eine geplante Anlage in Wilhelmshaven (initiiert von EON) wurde nicht gebaut. Wahrscheinlich müssen sich die Beziehungen zu Russland noch deutlich verschlechtern, bevor hier der Bau vorangetrieben wird. Wenn es dann nicht zu spät ist.

 

Wer nähere Informationen möchte, der wird auf der Seite von Klaipda Nafta fündig: Klaipeda Nafta

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